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Kroatien

Kroatien will und soll in absehbarer Zeit Mitglied der Europäischen Union werden!
Seit dem Zerfall Jugoslawiens streiten sich jedoch Slowenien und Kroatien über den Grenzverlauf zwischen den beiden Staaten. Aufgrund dieses Konfliktes blockiert nun die slowenische Regierung die weiteren Beitrittsverhandlungen. Diese  Position ist nicht nachvollziehbar und für ein Mitglied der Europäischen Union nicht würdig! Kroatien muss dieselbe Behandlung wie Slowenien bei den damaligen Beitrittsverhandlungen genießen, wo die Lösung bilateraler Grenzstreitigkeiten nicht zu einer Bedingung gemacht wurde. Daher dürfen Vermittlungsvorschläge seitens der Europäischen Union keine Seite bevorteilen.
Der Ausblick auf ein vereintes Europa, in dem Grenzen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, macht deutlich wie unpassend dieser Disput ist.

Kroatiens kürzlicher Beitritt zur NATO, unabhängig davon wie man diese Organisation bewertet, hat gezeigt, dass der Wille zur Integration und damit auch zu inneren Reformen deutlich vorhanden ist. Der Beitritt Kroatiens zu der EU, der von der vollständigen Erfüllung der Kopenhagener Kriterien abhängig gemacht werden muss, wäre ein wichtiger Motor für die weitere Integration des Balkans.
Erweiterungskommissar Olli Rehn erwartet den Beitritt Kroatiens jedoch nicht vor dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon. Derartige Aussagen, wie sie auch von Deutschland und Frankreich formuliert werden, sind problematisch. Schließlich können die Beitrittskandidaten am allerwenigsten für die ins Stocken geratene innere Reform der EU.


Milan Horáček, MdEP

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