Situation der Roma-Frauen - Lety

1. Juni 2006

 

Milan Horáček, im Namen der Verts/ALE-Fraktion. – Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich unterstütze diesen Bericht: Die Lage der Roma-Bevölkerung in Europa ist nicht gut.

 

Die Benachteiligung der Roma-Frauen geschieht auf allen Ebenen. Wir sprechen hier von einem Teufelskreis, der von politischer Seite nur ungenügend durchbrochen wird. Oft verlassen die Mädchen auf Druck der Eltern die Schule, um im Haushalt zu helfen und ihre Geschwister zu hüten. Eine mangelnde Ausbildung, schlechte Arbeitsbedingungen, wenn überhaupt der Zugang zu dem Arbeitsmarkt gegeben ist – niedrige Bezahlung sind dann die Folgen davon. Die Wohnungsbedingungen und die Stellung in der Familie sind oft erniedrigend, die Gesundheitsfürsorge mangelhaft.

 

Hinzu kommt ein untragbares menschenverachtendes Verbrechen, wenn Frauen gegen ihr Wissen und gegen ihre Einwilligung zwangssterilisiert wurden, wie es in der kommunistischen Zeit in Osteuropa Teil eines Programms zur Geburtenkontrolle war. Besonders empörend ist es, dass so etwas auch noch in den letzten Jahren passiert ist. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die geschädigten Frauen jegliche psychologische und materielle Hilfe bekommen, um wenigstens einen Teil an Wiedergutmachung zu erlangen. Wir müssen dringend dafür sorgen, dass durch eine gezielte Ausbildung und Aufklärung solche menschenunwürdigen Vorgänge in Europa nicht möglich werden.

 

Leider ist die Schweinefarm auf dem Gelände des ehemaligen Roma-Konzentrationslagers in Lety in Tschechien, über die wir im letzten Jahr abgestimmt haben, immer noch nicht beseitigt!

Milan Horáček, MdEP

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