Von Brüssel zum Alperstedter Ried
Heute findet in der Thüringer Staatskanzlei das Bürgerforum "Mitreden über Europa" statt, das im Internet live übertragen wird. Bereits im Vorfeld werden hier auch Fragen angenommen. Im Anschluss daran präsentieren sich europäische Projekte aus dem Freistaat, durch die transregionale Kooperation gefördert wird.
Zentrale Anlaufstelle für Fragen aller Art zur Europäischen Union ist das Europäische Informationszentrum, das 2002 in Erfurt eingerichtet wurde. Dessen Aufgabe ist es, die Thüringer Bürger über europapolitische Themen zu informieren. "Wir vermitteln Europa so, dass die Bürger den Nutzen, den uns Europa bringt, erkennen", sagt Dr. Dietmar Görgmaier, Leiter des EIZ. Europa sei keine Zukunftsmusik mehr, sondern
Gegenwart. Und der Freistaat Thüringen ist mittendrin - nicht nur geografisch.
Deshalb sei es wichtig, den Thüringern Chancen, die sich in Europa bieten, aufzuzeigen. Insbesondere in beruflicher Hinsicht. Wer auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland Erfolg haben will, muss Auslandserfahrung nachweisen können, akademische oder berufliche. Im besten Fall beides. Das European Career Center Erfurt (ECCE) leistet dabei Hilfestellung. Es berät nicht nur zu Arbeits- und Lebensbedingungen im europäischen Ausland, sondern vermittelt auch Akademiker, Facharbeiter und Handwerker in den Arbeitsmarkt. Seit seinem Start im Juni 2003 hat das ECCE 1500 Thüringer mit Hochschulausbildung sowie 500 Fachkräfte in Arbeit gebracht. Außerdem organisiert das ECCE über die Europäische Union geförderte Auslandsaufent-halte und Praktika für Auszubildende und Arbeitnehmer. Das ECCE legt bewusst den Fokus auf Auszubildende, da diese im Vergleich zu Studenten noch Nachholbedarf haben, was Auslandserfahrung angeht. "Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz sind heute gefragt", sagt Gisela Heubach, Mitarbeiterin des ECCE.
Während sich das ECCE der Förderung der Auszubildenden verschrieben hat, ist das Europa Programm Center Erfurt (EPC) eine zentrale Anlaufstelle für Kooperationen zwischen Thüringen und europäischen Partnerregionen. Der Aufgabenschwerpunkt ist insbesondere, die Vernetzung der Hochschulen sowie der Unternehmen im Freistaat mit den europäischen Partnerregionen voranzutreiben. Diesen Prozess des "Sich-Kennenlernens" begleitet das EPC und unterstützt auch Beantragung europäischer Fördermittel.
Dass neben Bildung und Arbeit auch der Naturschutz längst keine regionale Angelegenheit mehr ist, macht die Stiftung Naturschutz Thüringen deutlich. Seit einiger Zeit kümmert sich die Stiftung um die Erhaltung des Alperstedter Rieds, das größte Kalkflachmoor im Thüringer Becken. Es zählt zu den von der Europäischen Union ausgewiesenen "Natura 2000 Schutzgebieten". Diese Einrichtungen präsentieren ihre Arbeit heute im Anschluss an die Diskussion "Mitreden über Europa" 19 Uhr in der Staatskanzlei.
Diskussion und Ausstellung live im Internet unter: www.eu-kommission.de
Von Carmen BRÜCKNER
Milan Horáček, MdEP
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