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China bereitet sich auf die Olympischen Spiele vor


"Erfolg hängt von der Vorbereitung ab, ohne die es sicher zu Misserfolg kommt" Konfuzius

Im Morgengrauen üben in den Parks Pekings viele Chinesen Taijiquan und bereiten sich so auf den Tag vor. Sie üben in der Regel in großen Gruppen den Yang-Stil, eine ruhige und meditative Form des Taijiquan, die aus fließenden Bewegungen besteht und bei dem der eine vom anderen lernt, wenn er den Bewegungsablauf noch nicht kennt. Die Jahrhunderte alte Kampfkunst Taijiquan spiegelt die Harmonie des Wechselspiels zwischen Ying und Yang wieder: den zwei Grundformen der chinesischen Philosophie. Taijiquan dient nur der Selbstverteidigung und gerade in den letzten Jahren wurde es weltweit immer beliebter, diesen Sport auch zur Show zu stellen. Man könnte also meinen China sei der ideale Ort, um alte sportliche Traditionen zur Schau zu stellen.

Doch die Vorbereitungen der Volksrepublik China hat wenig mit sportlicher Fairness oder harmonischen Bewegungen zu tun. Gerade Peking wird für Olympia herausputzt und für die meisten Chinesen ist das Leben dort nicht vom gemeinsamem Sport im Park und freiem Fluss der Bewegung geprägt. Überall sind Baustellen, um die Infrastruktur und Gebäude der Stadt auf das Ereignis vorzubereiten. Dies ist wie in Griechenland Teil der Vorbereitung, aber dass der Staat auch gegen jene vorgeht, die drohen, den schönen Schein zu stören, nicht.

Die chinesische Regierung nimmt die Olympischen Spiele im August zum Anlass besonders "aufzuräumen". So haben sich laut Amnesty International sowohl die Maßnahmen gegen Kleinkriminelle, Obdachlose, Bettler und Drogenabhängige als auch das Vorgehen gegen Menschenrechtsaktivisten verschärft. Laut Amnesty International haben sich die Zahl der Fälle von Hausarrest, Einschüchterungen und Scheinprozessen gegenüber Menschenrechtsaktivisten in den letzten Monaten gehäuft.  Mehrere Hunderttausend sitzen ohne Prozess im Gefängnis und sind dort in Gefahr misshandelt und gefoltert zu werden. Jenen, die darüber berichten, droht ein vergleichbares Schicksal.

Viele der Organisatoren und Sportler hatten die Hoffnung, dass die Welt durch die Olympischen Spiele mehr über China erfahren , die chinesische Regierung aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit Reformen durchführen und sich so das Leben der Chinesen verbessern würde. Es scheint sich jedoch das Gegenteil einzustellen: Die chinesische Regierung versucht durch übertriebe Maßnahmen, das Land noch mehr zu kontrollieren und so den Schein zu wahren.

Dies zeigt sich besonders an der ohnehin schon repressiven Informationspolitik der Volksrepublik. Sie geht besonders gegen die wachsende Zahl der Internetuser vor. Der Internetzugang in China ist insgesamt begrenzt und viele ausländische Seiten können aufgrund der Zensur nicht von chinesischen Rechnern aus eingesehen werden. Die Hoffnung war, dass diese Kontrolle während der Spiele etwas gelockert würde und so auch die chinesischen Internetnutzer Zugang zu mehr Informationen haben würden. Doch die "chinesische Mauer", wie die Firewall von einigen Internetaktivisten genannt wird, bleibt geschlossen.
Diese Maßnahme betrifft auch alle, die zu den Spielen reisen und besonders ausländischen Journalisten, deren Arbeit von der Nutzung des Internets abhängt, droht zu leiden.

Die chinesische Regierung versucht ihr Ansehen zu schützen und hat deswegen manchen ausländischen Journalisten in letzter Zeit mehr Bewegungsfreiheit eingeräumt. Sie hat aber im Gegenzug mehr Einschränkungen für lokale Medien eingeführt.

Am meisten leiden ohnehin jene, die der Willkür des Staates ausgeliefert sind. So leiden auch die Tibeter unter den "Vorbereitungen" der chinesischen Regierung. Aus Anlass des 49. Jahrestages des tibetischen Aufstands gegen China am 11. März protestierten Tibeter außerhalb Chinas gegen eine verschlechterte Menschenrechtslage in Tibet. Der Dalai Lama warf China vor, die Religionsfreiheit einzuschränken und religiöse Fragen zu politisieren.


Als Zeichen des Protests startete im griechischen Olympia ein Fackellauf. Die Fackel soll in mehr als 50 Städte getragen werden und am 8. August zum Beginn der Olympischen Spiele die Grenze Tibets erreichen.


Die Olympische Fackel wird von vielen auch als Symbol für den Geist Olympias gesehen. Es wäre schön, wenn der Träger der Fackel auch ein weiteres Erfolgsmodell aus Athen - die Demokratie - mitbringen würde.

 

Die Chinesen und die Tibeter sollten das Gefühl haben, dass ihr Land durch die Fackel erleuchtet wird und nicht, dass die Spiele auf ihrem Rücken ausgetragen werden.

Milan Horáček, MdEP

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