Peking 2008 im Rückblick – Und jetzt?
Mit der Schlussfeier der Paralympics 2008 am 17. September ist auch der letzte Teil der großen chinesischen Inszenierung vorüber.
Mit viel Tamtam wurde versucht von den eklatanten Problemen des Landes wie Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und vielem anderen mehr abzulenken.
Teilweise war diese Taktik erfolgreich doch trotzdem haben sich viele Journalisten nicht von der Inszenierung blenden lassen und umfänglich über Menschenrechtsverletzungen im Umfeld der Spiele berichtet.
Der von der Grünen Fraktion im Europäischen Parlament geforderte politische Boykott der Spiele – durch Nichtteilnahme der Staatsoberhäupter an den Feierlichkeiten – wurde nur zum Teil umgesetzt. Nicolas Sarkozy war bei der Eröffnungszermonie der Olympischen Spiele zugegen. Horst Köhler hatte sich die Paralympischen Spiele ausgesucht, wohl mit dem Hintergedanken dass Gespräche mit der chinesischen Regierung in diesem Umfeld weniger auffallen.
In Tschechien gab es im Umfeld der Olympischen Spiele umfangreiche Initiativen, Aktionen und Proteste.
Auf Anregung der tschechischen Grünen wurde eine parlamentarische Tibet-Arbeitsgruppe gegründet in der außer den Kommunisten alle Fraktionen vertreten sind. Weiterhin wurde eine Parlamentsresolution zu Tibet und dem Dialog mit dem Dalai Lama erarbeitet.
Am Solidaritätstag für Tibet, dem 10. März haben über 350 Rathäuser in Tschechien die tibetische Flagge gehisst. Während der olympischen Spiele fanden täglich Demonstrationen vor der chinesischen Botschaft statt.
Auch momentan „genießt“ China wieder die volle Aufmerksamkeit der Medien.
Der Skandal um verunreinigte Babynahrung schwelt wie es scheint schon länger, wurde im Zusammenhang mit Olympia aber „erfolgreich“ unterdrückt.
Er ist ein gutes Beispiel dafür wie rücksichtslos die chinesische Regierung auch weiterhin mit ihrer eigenen Bevölkerung umgeht.
Es muss deshalb unsere Aufgabe sein, immer wieder auf die Missstände in China hinzuweisen und dafür zu sorgen dass die dortigen Menschenrechtsverletzungen im Bewusstsein unserer Gesellschaft bleiben.
Dass der chinesische Bürgerrechtler Hu Jia dieses Jahr zur engeren Auswahl des Sacharow-Preises gehört ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Milan Horáček, MdEP
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