Ausschreitungen gegen Roma-Minderheiten in Italien
Diskriminierung ist ein strukturelles und kein italienisches Problem!
All die Fragen, die die derzeitigen Entwicklungen in Italien aufwerfen, verlangen nach einer ehrlichen Diskussion, die nicht in einem innenpolitischen Streitgeplänkel erstickt werden darf. Dazu wurde die Integration der Roma-Angehörigen in der Vergangenheit schon zu lange aufgeschoben und weder von aktuellen noch vorangehenden Regierungen unterschiedlicher politischer Ausrichtungen umfassend behandelt. Damit haben alle europäischen Staaten die aktuelle Situation mitverschuldet und es wird uns deutlich vor Augen geführt, dass die europäische Integrationspolitik in diesem Punkt versagt hat.
Die Ausgrenzung der Roma-Minderheiten aus unseren Gesellschaften führt zu einem Teufelskreis: Schlechte Wohnverhältnisse, unzureichende Bildung aber auch fehlende Arbeitsmarktchancen erschweren den Weg aus der Armut und teilweise auch aus der Kriminalität.
Die Integrationsbemühungen müssen eine langfristige Lösungsperspektive anstreben, die das Selbstverständniss dieser ethischen Gruppe in Bezug auf ihr Gemeinschaftsleben und Heimatbezug berücksichtigt.
Milan Horáček, MdEP
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